Und dann ist er endlich da, der langersehnte Urlaub. Ab jetzt heißt es für die Gäste Pausetaste drücken und so richtig im Jetzt ankommen. Fernab von Stress und Hektik. Sich wieder spüren und sich Zeit nehmen für Wichtiges – nämlich für das eigene Ich. Gar nicht so leicht, von jetzt auf gleich aus diesem Karusell auszubrechen.

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Einmal Erholung, bitte – Bewegungsstunden im Hotel

In unserer schnellen, erfolgsgeprägten Welt bleibt nicht mehr viel Zeit für uns, aber hier im Urlaub und vor allem im Salzkammergut ist der Moment gekommen, der nicht perfekter sein könnte. Und genau da kommen wir als BewegungstrainerInnen ins Spiel. Ich habe sehr sehr viele Erfahrungen sammeln dürfen. Von wunderschönen Komplimenten, die einen so richtig pushen, bis hin zu Situationen, wo man sich und alles was man macht hinterfragt. Unterm Strich ist die Arbeit im Hotel eine Bereicherung für dich und deine Persönlichkeitsentwicklung. Jedes Mal spannend und niemals gleich.

Wie kann ich mir den Aufbau von Bewegungsstunden in einem Hotel vorstellen?

In vielen Hotels ist es zum Standard geworden, Bewegungsstunden anzubieten. Von Yoga und Pilates über Wassergymnastik, Wanderungen bis hin zu geführten Biketouren. Und auch die Gäste erwarten heutzutage ein gutes Angebot an Bewegung. Gleich mal vorweg, plane nicht zu detailliert. Ein gewisses Grundgerüst ist gut, aber besonders im Hotel, wirst du vor Herausforderungen gestellt. Eine bunt gemischte Gruppe aus Jung und Alt, mit verschiedensten körperlichen Problemen sind oft die Realität.

Da hilft nur eins: flexibel sein und Plan B, Plan C und so weiter im Ärmel haben. An was ich mich besonders gewöhnen musste war, dass wirklich jedes Mal mindestens eine Person in meiner Stunde war, die noch nie zuvor Pilates oder Yoga gemacht hat. Auch hier den Spagat zwischen Anfängern und Fortgeschrittenen zu schaffen, war nicht immer leicht für mich. Also, plane nicht zu genau und studiere auch die verschiedensten Variationen und Anpassungen zu deinen Übungen. So hast du für jede Eventualität eine Modifikation im Ärmel.

Bewegung im Hotel

Wie geht man mit solchen Stresssituationen als Bewegungstrainer um?

Bleib‘ cool und bewahre die Ruhe. Mein Tipp für dich, nimm alle Informationen über deine Gäste auf und starte mit einer kleinen Anfangsmeditation.  Sortiere in diesen paar Minuten der Ruhe deine eigenen Gedanken, dann merkt auch keiner, dass du kurz Zeit zum Nachdenken brauchst. Es kann schon sehr viel Druck rausnehmen, wenn du dein Stundenvorhaben veränderst. Bei z.B. einer Schwangeren in der Gruppe, nicht den Hauptfokus auf Bauchmuskelübungen legen. Oder bei einer kaputten Schulter auf zu viele Stützpositionen verzichten.

1-2 Übungen können diese Personen mal auslassen, aber die ganze Stunde zu pausieren, wäre blöd 😊 Aber ganz wichtig, heiße jede Stresssituation herzlich Willkommen und nimm sie mit einem Lächeln in deinen Fundus auf, denn mit jeder neuen Erfahrung wirst du gelassener und dich wirft nichts mehr so schnell aus der Bahn.

Wie stichst du aus der Masse raus?

Erfinderisch sein – ist hier die Zauberformel. 08/15 kennt jeder, aber im Urlaub möchte ich vielleicht mal was ganz anderes ausprobieren. Sei kreativ und trau dich. Im Hotel kannst du mutig sein, denn deine Kunden kennen dich nicht, sind nicht voreingenommen. Hier kannst du dich ruhig auch mal was anderes trauen. Was trauen, wovor du vor Menschen, die du kennst, vielleicht zurückschreckst. Entwickle deine eigenen Stunden, erforsche, mit was DU dich gut fühlst. Denn nur so kannst du es auch richtig transportieren und deine Kunden mitreißen. Denn nichts wirkt unnatürlicher, als etwas zu vermitteln, was dir selbst gar nicht liegt. Deine Kunden werden es spüre und du wirst unglücklich sein. Also stell‘ dir die Frage, was deine perfekte Urlaubsstunde wäre.

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Wie mache ich die Einheit für die Gäste unvergesslich?

Manchmal braucht es gar nicht viel. Meiner Erfahrung nach ist es für die Gäste schon eine enorme Wohltat, wenn man ihnen bewusst macht, dass sie jetzt wirklich die Zeit haben durchzuatmen. Ich übergebe auch gerne mal die Kontrolle an die Gäste weiter und sie sollen sich einfach mal mit geschlossenen Augen so bewegen, wie es sich gerade richtig anfühlt. Was auch immer schön zu beobachten ist ist, dass vor allem Bewegung in der Natur die gewünschte Entspannung bringt.

Es ist wissenschaftlich belegt, dass sich unser Herzschlag in der Natur verlangsamt und unser Nervensystem zur Ruhe kommt. Menschen vom Land kennen zwar Natur, nehmen sich aber oftmals einfach nicht die Zeit, diese bewusst du spüren. Und für Menschen aus der Stadt ist es schon ein Highlight barfuß auf der Wiese zu stehen. Nütze also, wenn es möglich ist, auch die Natur, um deinen Gästen ein perfektes Rundumpaket zu präsentieren.

Wie behalte ich mir meine Energie?

Unterrichten kann ganz schön Kräfte zerrend sein. Man möchte immer jeden erreichen, jedem gefallen, jedem gerecht werden. Aber das schafft man nicht immer und das ist auch gut so. Du kennst das bestimmt, es gibt einfach Menschen, die sind einem nicht sympathisch, egal wie sehr man sich auch anstrengt, der Funke will einfach nicht überspringen. Und irgendwann muss man dann einfach so ehrlich sein und zugeben, dass das einfach nicht passt.

Du kannst nicht für jeden genau der Typ YogalehrerIn sein, die/den er sich wünscht und das ist okay. Sei du selbst, denn dieses anpassen an jeden kostet dich Energie – und zwar richtig viel. Sei selbstbewusst, sei stolz darauf, wer du bist. Kein Mensch auf der ganzen Welt unterrichtet so wie du, du bist einzigartig und wem’s gefällt, der kommt wieder.

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Deine Benefits als Yogalehrerin im Hotel

International, spannend, lehrreich – das fällt mir als Erstes ein. Meine Kunden kommen aus Österreich, Deutschland, Tschechien, Slowenien, den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Australien, Mexiko, den Vereinigten Arabischen Emiraten… So unterschiedlich die Länder auch sind, bei der Bewegung sind wir alle gleich und jeder fühlt einfach diese Good Vibes. Spannend, oh ja, langweilig wird’s nie. Verschiedene Altersgruppen, Körpergeschichten, Lebensgeschichten. Somit kannst du in diesem Beruf auch so kreativ sein, wie es nur geht. Lehrreich nicht nur beim Thema Bewegung, auch lehrreich für deine eigene Persönlichkeitsentwicklung.

Ob du es zugeben willst, oder auch nicht, wir als TrainerInnen stehen schon irgendwie gerne im Rampenlicht. Diese ständigen Konfrontationen mit Stresssituationen schenken dir eine Gelassenheit und Professionalität, die du auch im privaten Leben nach außen strahlst. Es wird dir viel leichter fallen, wieder in die richtige Bahn zu kommen, wenn’s vielleicht mal ein bisschen turbulenter wird. Du kritisierst dich auch nicht so schnell selbst, weil du weißt, was du drauf hast.

Fazit

Wenn du die Chance hast, als frische Bewegungstrainerin/Bewegungstrainer in einem Hotel zu arbeiten, dann greif’ zu. Diese Erfahrungen kann dir niemand mehr nehmen.

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Autorin dieses Beitrags: Romana Wasmaier

Romana Wasmaier ist begeisterte Pilates-, Yoga- und Mindful Movement Lehrerin und unterrichtet mit voller Hingabe Bewegung, am liebsten in Verbundenheit mit der Natur und immer mit einem Lächeln am Gesicht. Freude an der Bewegung und ein liebevoller Umgang mit dem eigenen Ich, das möchte sie vermitteln.