Was macht der Virus mit unserer Seele?

Ein Gastbeitrag von Dr. Ulrike Wilhelm - Psychosoziale Beratung

Wollen wir eigentlich noch etwas davon hören, lesen oder erfahren? Nein, eigentlich sind wir erschöpft, frustriert und müde ob diesem Thema. Dennoch ist es traurige Gewissheit, dass die psychischen Erkrankungen zugenommen haben und zunehmen werden.

Seit Monaten beschäftigt uns eigentlich nur noch ein Thema - das Coronavirus (COVID-19). Doch was macht er mit unserer Seele? Nach wie vor sind sich die Wissenschaftler nicht 100%ig sicher, was er mit unserem Körper macht. Ist man resistent, nachdem man einmal infiziert war? Wie wirkt der Impfstoff? Werde ich auch noch daran erkranken?  Meine Kinder, meine Eltern, werden sie sich anstecken? Wird die Gewalt zu Hause zunehmen? Ich bin selbstständig und musste alles absagen – wie lange dauert es, bis ich vom Staat Unterstützung bekomme, wie lange reicht mein Geld, kann ich heuer Weihnachten feiern und für viele sind schlichtweg die Massen an Informationen eine Überforderung.

Ängste, Stress, soziale Isolation durch das zu Hause bleiben können langwierig und kurzfristig psychosomatische Auswirkungen haben. Auch Traurigkeit, Einsamkeitsgefühl, Verzweiflung können sich einstellen.
Von öffentlicher Stelle erleben wir eine mittlerweile mehr verunsichernde als beruhigende Kommunikation. Tägliche Berichterstattungen und Medienberichte verfolgen uns im Alltag. Doch andrerseits haben wundervolle Initiativen gestartet – von „kleinen“ Nachbarschaftshilfen bis hin zu, von Städten initiierten, Hilfestellungen ist alles dabei.

Durch diese Vielzahl an unterschiedlichen tagtäglichen Einwirkungen auf uns gibt es mittlerweile Studien und Berichte von Spezialisten, was das Virus mit unserer Seele/Psyche macht. Angst, Depression, Erschöpfung

  1. vor Existenzängsten
  2. bis Angst vor der Erkrankung und
  3. sogar Todesangst

Wenn die Seele reagiert, reagiert oftmals der Körper mit. Anzeichen von psychosomatischen Beschwerden können sein:

  • Schlafstörungen
  • Schweißausbruch
  • Herzklopfen/Herzrasen
  • Schmerzen in der Brust
  • Appetitlosigkeit oder Heißhunger
  • Antriebslosigkeit
  • Müdigkeit und das Gefühl nicht in die Gänge zu kommen
  • Schwindel
  • Bauchschmerzen
  • Aggression

Aber wie können wir das kompensieren?

  • Reduzieren Sie das Fernsehen auf z.B. Abendsendungen
  • Legen Sie das Handy öfters mal weg
  • Raus in die Natur! Ein einfaches aber wirklich profundes Mittel, um zumindest mal tief durch zu atmen
  • Pläne für daheim erstellen - wie gestalte ich den Tag für und mit meinen Kindern?
  • Telefonate/Skypen/Briefe schreiben
  • Annehmen wie es zurzeit ist. Wir erleben diese Situation alle das erste Mal und lernen tagtäglich, wie wir damit umgehen sollen
  • Tun Sie sich was Gutes (backen Sie mal das Brot was Sie schon immer machen wollten)!
  • Tun Sie Dinge die Ihnen Spaß machen zuhause – kein Muss, sondern ein „endlich komme ich dazu was ich schon längst tun wollte“
  • Lernen Sie sich in dieser „Auszeit“ wiederkennen. Beobachten Sie sich. Braucht man wirklich jeden Tag ein Auto? Wie ist es nicht shoppen zu gehen?
  • Meditation, Yoga, Shiatsu, med. Massagen
  • Gesunde Ernährung, Heilfasten
  • UND das Wichtigste: Wenn Sie Hilfe brauchen – holen Sie sie sich welche. Nichts ist so wichtig wie eine gesunde Seele, die Ihrem Körper die Energie und Kraft gibt diese Zeit zu bestehen.

Über Dr. Ulrike Wilhelm:

Als gebürtige Klagenfurterin lebe ich nun seit einigen Jahren in Bad Vöslau. Die Natur, die Thermenregion und die damit verbundenen Ressourcen ermöglichen es hier einfach glücklich zu leben. Beruflich bin ich im Landesklinikum Baden/Mödling tätig, was mich mit Freude, und trotz der zurzeit großen Herausforderung für uns alle, mit Begeisterung erfüllt. Der Mensch in seiner Gesamtheit Körper & Geist & Seele haben mich immer fasziniert und neugierig auf die Menschen gemacht. Deswegen kann ich meine Tätigkeit als Ärztin und psychosoziale Beraterin aus vollster Überzeugung ausführen.